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ABU DHABI TRIATHLON

ABU DHABI TRIATHLON

Auf ganz neuen Terrain bewegte sich unser Andreas Meyer im März und finishte erfolgreich den Wüstentriathlon in Abu Dhabi.

 

Für alle, die einen frühen Start in die Triathlon-Saison vollziehen wollen... Abu Dhabi kann ich dafür sehr empfehlen.
Warum?
Zum einen hat man, was zumindest mir beim Triathlon wichtig ist, eine hohe Wahrscheinlichkeit, den Wettkampf bei angenehmen Temperaturen und Trockenheit absolvieren zu können - dafür gibt es um so mehr Wind.
Die Anreisestrapazen halten sich in Grenzen - ich nehme an, Kona ist weitaus anstrengender .
Preislich ist der eigentliche Wettkampf angemessen und in Kombination mit einem Urlaub empfand ich es als relativ erschwinglich.
Die Distanzen kamen mir in meiner Leidenschaft für das Radeln sehr entgegen. Da mir aber nicht klar war, wie ich mit Wind und Wetter klar kommen würde, entschied ich mich für die mittlere Distanz: "Short Distance 1,5 - 100 - 10".
Hierfür hatten sich mit über 1200 Teilnehmern von den über 2200 Teilnehmern aller Distanzen die größte Anzahl entschieden.

Was vor dem Wettkamp geschah:
die Anmeldung über das Internet ist banal, die Zahlung erfolgt mit Kreditkarte - alles easy.
Man wird über alle Veränderungen und wichtigen Themen mittels E-Mail benachrichtigt, wunderbar.
Bei der Auswahl des Hotels würde ich empfehlen, die Entfernung zur Wechselzone nicht aussen vor zu lassen.
Ein Hotel auf Yas Island ist etwa 45km entfernt.
Als Rookie im Auslandstriathlon war die erste wirkliche Hürde, das Rad in den Radkoffer zu bekommen. Wer das zum ersten Mal macht, sollte hier einiges an Zeit einplanen, damit das teuere Stück auch unbeschadet ankommt. Den Radkoffer haben Air Berlin und Etihad übrigens zerstört (3 kaputte Rollen, Defekt am Griff, 2 punktuelle Risse und ein etwa 40cm langer Riss), das Rad ist zum Glück heil geblieben. Also schön den Zustand des Koffers am Flughafen kontrollieren, damit man den Schaden ersetzt bekommt.
Die Unterlagen gab es 2 Tage vor dem Wettkampf im Partnerhotel. Dieses möchte ich übrigens nicht empfehlen, da man dort das Rad nicht mit auf das Zimmer nehmen darf. Wer Lust hat, irgendwo in der Tiefgarage das Rad zusammen zu setzen... Neben einem Ausweis und der Startbestätigung benötigt man einen "Gesundheitsnachweis". Dies ist ein Schreiben, das ausgelegt ist, wo man bestätigt, dass man sich für die Anstrengung als gesund ansieht. Dann gibt es einen kleinen Rücksack mit allem, was man sonst auch so vom Triathlon kennt: Badekappe, Zeitchip, 3 Plastik-Beutel, Aufkleber für Rad (2x), Helm, Beutel und Schließfach(?), Nummerntatoo,  Race Information, Teilnahmeband für Besprechung und Pasta Party.
Die Beutel befüllt man wie immer: Alles, was man für Wechsel 1 benötigt in den Ersten. Alles, was man für Wechsel 2 benötigt in den Zweiten. Und einen Beutel mit Sachen, die man nach dem Wettkampf benötigt.
Mit allen Beuteln und Rad geht man am Tag vor dem Wettkampf zum Bike-Check-In. Hier gibt es zunächst keine neue Themen: Radprüfung, Helmprüfung, das war es. Nun kommen erste Neuigkeiten: es wird einem beim Radstellplatz und im Wechselzelt lediglich eine Reihe in Abhängigkeit von der Startwelle zugewiesen. Dort gibt es jedoch keine Nummerierungen. Man hängt sein Rad einfach irgendwo hin, wo Platz ist. Wer also ein eher unauffälliges Rad mit Standardfarben hat, könnte beim Wiederfinden Probleme haben. Mir verhalfen dazu die gelben, kontrastintensiven Powerbar-Flaschen. Im Wechselzelt sucht man sich in seinem Gang einen freien Haken, wo man seine "Schließfach"-Nummer hin klebt und dann seine Beutel daran hängt. Entsprechend macht es auch hier Sinn, seine Beutel auffällig zu markieren, dies erleichtert das Auffinden ungemein.
Am Morgen vor dem Wettkampf kann man übrigens zum Rad und auch ins Zelt. Getränke also nicht schon am Vortag mitnehmen, Rad erst am Morgen aufpumpen, etc. Und bitte den Luftdruck nicht zu hoch machen! Die Sonne brennt, der Druck steigt stark an. Ich habe viele gesehen, die am Wegesrand standen und mit ihren Schlauchreifen kämpften.

Der eigentliche Wettkampf:
Der Tag beginnt wie so oft sehr früh, man will ja auch die Pro's beim Start der Langdistanz erleben.
Also um 5 Uhr ein Taxi besorgen. Dies sollte man am Vorabend im Hotel koordinieren - um diese Uhrzeit ist es nicht so leicht ein Taxi zu bekommen.
Der letzte Check beim Rad, Luftdruck prüfen, Schuhe befestigen, Beutel im Wechselzelt suchen - alles schnell geschehen. Dann machte ich mich auf, einen geeigneten Zuschauerplatz für den Start zu finden. Dies ist relativ einfach möglich, die Zuschauermenge hält sich doch in Grenzen. Der Start an sich... eher unspektakulär. Wer die Stimmung vom Challenge Roth sucht, wird hier ein wenig enttäuscht sein. Ein kleines Törööö aus der Hupe und los geht es. Die Wassertemperatur war gerade übrigens gerade noch so kühl, dass Neo nur bei den Pro's nicht erlaubt war. Geschwommen wird im Meer, das ruhiger kaum sein kann. Somit muss man sich nur mit den weiteren Schwimmern herum schlagen und nicht noch gegen größere Wellen ankämpfen. Das Schwimmen im Salzwasser war für mich Neuland. Die Tatsache, dass sich der Mund durch das Salz sehr schnell wie ausgetrocknet anfühlt, störte mich eigentlich nur beim Testschwimmen, im Wettkampf fiel das kaum auf. Die 1,5km schwimmt man in 3 Teilstücken, alo zur Boje 1, dort nach links weiter zur Boje 2, wo man erneut eine Linkskurve einlegt um dann wieder an den Strand zurück zu schwimmen. Die Sprint-Teilnehmer vollziehen dies lediglich etwas früher, die Langdistanzler schwimmen die 1,5km-Strecke mit einem kurzen Fußmarsch dazwischen zwei mal. Die schöne Kulisse der Schwimmstrecke mit Blick auf das Abu Dhabi Theater sollte man eher vorher genießen, beim Schwimmen kommt man dazu ja leider nicht mehr. Mit meiner Zeit von 25:44 Minuten, war ich sehr zufrieden, wenn auch ich weiß, dass hier noch viel Potential nach oben ist . Nun kam mein größter Zeitfresser, der mich von Platzierung 226 auf 356 zurück warf: Wechselzone 1 mit knapp 8 Minuten. Wenn ich meinem Garmin Forerummer glauben darf, ist dies zum einen den fast 600 Metern geschuldet, die man hier zurück legt. Ferner war es mir doch wichtig, die Sonnencreme etwas dicker auf zu tragen - die Sonne brennt stark.
Die Radstrecke gleicht dann schon fast dem Rollentrainer für das Wintertraining. Hintergrund: lenken muss man nur beim Überholen. die Radstrecke führt einen zunächst an der Corniche entlang zum Hafen und dann relativ Schnell auf den Highway. Hier hat man relativ wenig Kurven, es geht fast nur gerade aus. Berge gibt es keine, Anstiege und Gefälle gibt es nur bei den lang gezogenen Brücken über die diversen Meeresausläufer. Und alles auf perfektem Asphalt ohne Löcher oder Schäden - einfach genial . Nachdem man relativ schnell in der Wüste radelt, kommt dafür der Kampf mit dem Wind auf. Nachdem wir am Vortag ein heftiges Gewitter erlebten, war der Wind zumindest Anfangs noch verhalten, man konnte also gut Kurbeln und trotzdem die Reserven schonen. Viel zu früh traf ich dann aber auf Triathleten, denen es nicht so gut erging: Plattfuss! Wie schon erwähnt: der Asphalt war perfekt, die Straßen sauber. Somit schiebe ich es auf erhöhten Luftdruck und geplatzte Reifen. Mit 7bar auf meiner Schwalbe - Conti 4000s Drahtreifen-Kombi bin ich sorgenfrei die 100km durchgeradelt. Nach etwa 20km kam die erste Verpflegung. Ich hatte 3 Flaschen am Rad, also ausreichend Iso-Getränk. Dafür stieg der Bedarf an Wasser um sich etwas ab zu kühlen, da die Sonne am wolkenfreien Himmel ungehindert auf einen herunter brannte. Diese war am Ende eines Brückenanstieges, wo die Geschwindigkeit etwas geringer war. Hier gab es dann Iso, Wasser, Cola-Wasser-Gemisch und Gels in ausreichender Menge bevor man sich weiter auf die nächsten etwas über 20km auf machte.
Während die Sprint-Distanz Teilnehmer schon bald auf der Autobahn die Wende erreichten, kam für mich und bestimmt auch für viele Andere das Highlight der Radstrecke: die Fahrt auf der Yas Marina Formel-1 Rennstrecke . Zunächst fährt man von der Autobahn ab und erkundet noch ein wenig Yas Island mit einer Hand voll Hotels, Ferrari- und Waterworld und einem IKEA-Markt, bevor man die Einfahrt zur Rennstrecke passiert. Wenn auch ich kein Formel-1 Enthusiast bin, so war die Fahrt hier einfach genial. Hier geht es dann doch öfter auf und ab, hier gibt es dann auch mal Kurven und sogar mal Holperstrecken über Gehwege, also keine Strecke um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dafür in meinen Augen eine sensationelle Kulisse. Mir wurde hier auf das Glück zu Teil, dass hier die Führungsgruppe der Langdistanz mit Frederic van Lierde an mir vorbei kam. Dann powert man mal schnell gefühlt 50 Watt mehr auf die Kurbel und kann dann sogar eine Zeit lang mir der Führungsgruppe mit fahren - mir wurde so ein Vergnügen bis dato nicht zu Teil. Mit dem Weitblick, dass noch 50 Radkilometer und 10 Laufkilometer vor mir liegen würden, war meine Fahrt mit der Elite leider nach vielleicht 2km beendet. Dann noch an der Verpflegungsstation die erste Verpflegung mit genommen und schon geht es wieder zurück. Bis dato bekam ich noch nie eine ungeschälte ganze Banane und das kurz vor holperndem Gehweg mit Kurfen. Flaschen verstauen, ganze Banane im Mund... naja, das war etwas exotisch. Auf der Autobahn wurde der Wind nun merklich stärker als noch beim Hinweg, ich konnte meine Geschwindigkeit dennoch halten. Mit einem Schnitt von über 36km/h und Platz 70 der 1200 Teilnehmer meiner Distanz war ich jedenfalls mehr als happy, als ich schließlich wieder die Wechselzone erreichte.
Der Lauf fing für mich unerwartet gut an. Es bleibt zu erwähnen, dass ich weit entfernt von einem Sprinter bin und die 10km nur unter 45 Minuten schaffe, wenn ich mich im Anschluss nicht mehr wirklich wohl fühle. Die ersten 3km war ich mit einer Pace von etwas über 4:30 Minuten unterwegs und konnte auch einige Plätze gut machen. Jedoch war die Sonne hier auch schon am höchsten Punkt. Wenn auch es häufig Verpflegung gab, so merkte ich, wie es mir nachhaltig zu wenig wurde und ich mich nicht mehr brauchbar kühlen konnte. Ferner verlangte die Natur ihr Recht. Und was hier zu Lande einfach am Wegesrand schnell erledigt werden kann, sollte man in einem arabischen Land keinesfalls in der Öffentlichkeit tun. Also lief ich weiter, bis ich bei km 6 endlich eine erlösende Toilette fand. Diese Zwangspause führte zu einer Pace von über 5 Minuten, die ich dann leider nicht mehr signifikant verringern konnte. Dessen ungeachtet konnte ich trotzdem noch ein paar Plätze gut machen. Schließlich beendete ich mit 4:13:41h und Gesamtplatz 138 das Rennen.

Nach dem Rennen:
Noch nie habe ich nach einem Wettkampf Wassereis bekommen . Nach dem Wettkampf hatte man ausreichend Möglichkeiten, Wasser, Cola, Capri-Sonne und Iso-Getränk zu sich zu nehmen. Es war viel Platz, es gab Sitzmöglichkeiten und natürlich auch gutes Essen. Über die Möglichkeiten von Massage und Dusche kann ich nichts sagen - ich bin danach noch ins Hotel geradelt und habe mich da frisch gemacht. Schön war es, dass man den Zieleinlauf der Pro's auf der Langdistanz erleben konnte.
Ungewöhnlich fand ich es, dass man sofort seine Sachen aus der Wechselzone holen durfte, obwohl noch immer Teilnehmer vom Radfahren zurück kamen.
In Summe auf jeden Fall ein Wettkampf, der für mich Wiederholungscharakter hat - die 4-Stunden-Marke sollte doch machbar sein .

Eine kleine Anmerkung für Euch, die mit dem Gedanken spielen, die Langdistanz zu machen: ich war am Nachmittag noch auf der Strecke und habe mir das Geschehen angesehen. So nach 10 Stunden waren die Verpflegungsstationen schon sehr ausgesucht und auch die Teilnehmerzahl war sehr sehr geschrumpft. Mit Applaus kann man ohnehin wenig rechnen, man wird eher gefragt, weshalb man läuft oder Fahrrad fährt, statt ein Auto zu nehmen. Es erfordert also schon etwas mehr psychisches Stehvermögen, wenn die Kräfte schwinden. Meine Empfehlung bleibt folglich die "Short Distance", denn allein die Fahrt auf Yas Marina Circuit ist die Teilnahme schon wert :-).

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